Förderung von Forschungsaufgaben
Die beiden wichtigsten Gründungen der Gesellschaft sind das Orient-Institut in Beirut mit seiner Abteilung Istanbul und das Nepal-Forschungszentrum (Nepal Research Centre [NRC]) in Kathmandu.
Das Orient-Institut befindet sich seit 2003 in der Trägerschaft der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA).
Die Stiftung ist unter dem Link www.stiftung-dgia.de erreichbar.
Orient-Institut
Das Orient-Institut wurde 1961 gegründet und entwickelte sich dank der Unterstützung durch die Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Beihilfen der Volkswagen- und der Fritz Thyssen-Stiftung zu einer wichtigen Forschungsstelle für alle den Vorderen Orient und Zentralasien betreffenden Fragen und zur Kontaktstelle zwischen der orientalistischen Forschung in diesen Regionen und in Deutschland.
Aufgaben des Instituts sind die Durchführung von eigenen Forschungsunternehmen auf den Gebieten der Arabistik, Turkologie, Iranistik, Semitistik, der Islamwissenschaft, der Wissenschaft vom Christlichen Orient und der Islamischen Archäologie. Es beantwortet Anfragen, bemüht sich um die Beschaffung wissenschaftlicher Materialien und betreut Druckvorhaben, die im Vorderen Orient abgewickelt werden - vorwiegend klassische islamische Texte der Bibliotheca Islamica - und die Institutsreihe Beiruter Texte und Studien. Die ausgezeichnete Bibliothek des Instituts wird regelmäßig von Fachgelehrten aus Deutschland, Europa und dem Vorderen Orient in Anspruch genommen. Das Institut besitzt ein Haus im Zentrum Beiruts, dessen Gästezimmer für Forschungsaufenthalte zur Verfügung stehen.
Deutsche Orientalisten haben die Möglichkeit, dort ihren Studien und Forschungen während eines kürzeren oder längeren Aufenthalts vor Ort nachzugehen.
Seit 1987, als Folge der zunehmend kritischer werdenden Sicherheitslage in Beirut, hat das Orient-Institut auch eine Abteilung (ursprünglich "Ausweichstelle") in Istanbul. Hier konnte es an die Traditionen der früheren Nebenstelle der DMG anknüpfen, die 1927 von dem bekannten Orientalisten Hellmut Ritter ins Leben gerufen worden war. Für das Orient-Institut bedeutete die Verlagerung der wissenschaftlichen Aktivitäten nach Istanbul eine erhebliche Erweiterung seiner Aufgabenstellung. Die bislang eher marginal vertretenen Disziplinen Turkologie, Osmanistik und Türkeikunde fanden nunmehr verstärkt Interesse. Aber nicht nur diese Arbeitsgebiete erhielten neue Impulse, auch die islamwissenschaftliche Forschung insgesamt wurde vor allem durch die Nutzung der in Istanbul befindlichen Handschriftensammlungen und des zentralen Archivs des Osmanischen Reiches, deren Bestände weit über die heutige Türkei hinausreichen, wesentlich gefördert.
Nepal Research Centre
Im Königreich Nepal konnte von der DMG das im Jahr 1960 in Kathmandu mit Hilfe der Thyssen-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft eröffnete Forschungsunternehmen Nepal-Himalaya seit 1974 als Nepal-Forschungszentrum (Nepal Research Centre [NRC]) weitergeführt werden. Ziel ist die Erforschung der Hochgebirgswelt Nepals und ihrer Bewohner durch geistes- und naturwissenschaftliche Untersuchungen.
Die Aufgaben des NRC sind, Stützpunkt für nepalbezogene Forschungsprojekte zu sein, Hilfestellung bei der Vorbereitung und Durchführung von Feldarbeiten in Nepal zu geben und Kontakte zwischen deutschen und anderen ausländischen Forschern und den nepalesischen Kollegen zu vermitteln. Das NRC ist außerdem Gästehaus und Begegnungsstätte, organisiert Vorträge und stellt seine Bibliothek allen Besuchern zur Verfügung. Das NRC beherbergt und unterstützt das seit 1970 bestehende Nepal-German Manuscript Preservation Project (NGMPP). Dieses basiert auf einem Vertrag zwischen der DMG und dem Department of Archaeology, Ministry of Education, H.M. Government of Nepal, und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell gefördert.
Hier arbeiten deutsche Sanskritisten und Tibetologen mit Experten aus Nepal zusammen und verfilmen Handschriften in öffentlichen und privaten Sammlungen, um zur Bewahrung kostbarer Materialien beizutragen. Vertragsgemäß verbleibt der Originalfilm in den National Archives of Nepal. Eine Kopie wird im Auftrag der DMG von der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz - verwahrt. Seit Beginn des Projekts wurden mehr als 70 000 Handschriften mit fast 3 Millionen Blättern verfilmt.






