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Christlicher Orient und Byzanz |
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Ergün Lafli:
Spätantike Terrakotta-Unguentarien aus KleinasienDie erste ausführliche Arbeit über diese Ware im spätantiken östlichen Mittelmeerraum wurde von dem britischen Keramikforscher J. W. Hayes im Jahre 1971 vorgelegt. Seit frühhellenistischer Zeit bis in die mittelchristliche Periode gehören die Unguentarien zum Keramiacorpus des antiken Mittelmeeres.
Um diesen Typ eines flaschenähnlichen, nach unten spitz zulaufenden und nicht standfähigen Gefäßes begrifflich und von den zum größten Teil formal unterschiedlichen früheren Unguentaria zu unterscheiden, die allgemein als Unguentarien angesprochen werden, schlug J. W. Hayes schon im Jahre 1971 die Benennung "Ampulla" vor, der aber in der Fachliteratur eigentlich nicht gefolgt wird. Tatsächlich lassen die Formen von Unguentarien eine chronologische Entwicklung beobachten. Die Form, die hier vorgestellt werden soll, kann durchaus als ein Typus aus der letzten Phase der hellenistisch-römerzeitlichen Unguentarienform beschrieben werden. Obwohl zwischen den Unguentarienformen Ähnlichkeiten zu beobachten sind, gibt es erhebliche Differenzen in der Typologie, die oft von Ort zu Ort und von Region zu Region variieren.
Aus der Verbreitung von spätantiken Terrakottaunguentarien in Kleinasien wurden geographische Folgerungen kaum gezogen. J. W. Hayes hat in den 1970er Jahren angenommen, daß die meisten Stücke aus Palästina und Jordanien stammen. Aber Ergebnisse der Forschungen zur spätantiken Keramik Kleinasiens aus dem letzten Jahr zeigen, daß die Stückzahl in Anatolien gestiegen ist. Je westlicher die Fundorte liegen, desto weniger Exemplare sind nachzuweisen. So traten bei den Ausgrabungen in der Metropole Khartago bis zum Jahre 1979 gerade einmal vier Fragmente unseres Typs zu Tage. In seiner Gesamtheit ist dieser Typ jedoch im in heutigen Griechenland, Italien, Syrien, Palästina, Jordanien, Libanon, Libyen, Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien und Rumänien bekannt. Eine bedeutende Menge der veröffentlichten Spätantiken Unguentarien wird besonders in Küstenstädten Kleinasiens und sehr spärlich in Südostkleinasien festgestellt: Alahan, Anemurion, Aphrodisias, Aphrodisias-Museumsgarten, Buldan-Nekropole (Denizli, Phrygien), Çatalhöyük, Ephesos-Ayasoluk, Ephesos-Basilika am Staatsmarkt, Ephesos-Tetragonasagora, dem Großpalast von Konstantinopel, Hieropolis, Iasos, Konstantinopel-Kalenderhane Camii, Knidos, Letoon, Lidar Höyük, Limyra, Limyra-Kenotaph, Perge, Pessinus, Sagalassos, Konstinopel-Saraçhane, Mersin-Gayrettepe, Sardes, Seleukeia Sidra, Tarsus-Donuktasi, Tarsus-Gözlükule und Taskun Kale.Stand 18. Januar 2001