DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Abstracts / Zusammenfassungen der Vorträge
Indogermanistik

Katharina Kupfer: Das deiktische Weltbild des Rigveda in diachronischer Sicht

Der etymologischen Herkunft eines Wortes muss immer seine synchrone Bestimmung voran gehen. Daher soll zuerst das System der Demonstrativpronomina im Rigveda, unter Einbeziehung einer weiterer Pronomina, dargestellt werden. (Die Darstellung in der Literatur ist in diesem Punkt bislang nur sehr unvollständig gewesen.) Es zeigt sich nämlich, daß das System nicht einfach durch unterschiedliche Grade von Deixis bestimmt ist, sondern pragmatische Kriterien unabdingbar sind, wenn man z.B. das Problem ins Auge faßt, ob die Formen von idám und a- synchron in ein Paradigma gehören. Kriterien wie (In)Definitheit, Spezifität und Generizität sind einschlägig, um mit der Funtionsbestimmung des Pronomens tyád zurechtzukommen.
Vor diesem Hintergrund wird es bei der etymologischen Darstellung vor allem darum gehen, ob das Pronomen tyád mit hier-deiktischen Wörter verwandt sein kann und wie es sich hinsichtlich einer möglichen Grammatikalisierung aus Demonstrativ- und Relativpronomen verhält. Weiterhin ist das Pronomen ava- in der Darstellung vorgesehen, das einen Anschluß im Iranischen besitzt und als eigenständiges Pronomen zählen muß. Die anderen Demonstrativpronomina sollen mitberücksichtigt werden, ohne daß alle im Detail erörtert werden könnten.

Stand 28. Februar 2001