DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Abstracts / Zusammenfassungen der Vorträge
Indologie

Haiyan Hu-von Hinüber: Asokas zwei Phasen als Upasaka. Asoka und die buddhistische Posatha-Zeremonie (II)

In seinen Inschriften (MRE 1) spricht Asoka von sich als einem buddhistischen Laienanhänger (upasaka), der in der zurückliegenden Zeit auf unterschiedliche Weise, d.h. in zwei Phasen, den Geboten der buddhistischen Lehre nachgekommen war. Asoka unterscheidet seine beiden Phasen als Upasaka deutlich. In der ersten Phase von "mehr als zweieinhalb Jahren" sei er nur Upasaka gewesen und habe sich nicht stark ans Werk gemacht (no tu kho ba-dham). Erst in der zweiten Phase von "mehr als einem Jahr" habe der König sich geistig angestrengt, nachdem er in nähere Verbindung mit dem buddhistischen Orden getreten sei (maya samghe upayite badham ca).
Es stellt sich die Frage, was Asoka mit no badham und badham konkret gemeint hat. Was für Tätigkeiten, die ein Upasaka sonst ausüben könnte, hat der König während der ersten Phase ausgelassen, ohne jedoch daß sein Status als Upasaka dadurch in Frage gestellt wurde? Und was für weitere Pflichten hat Asoka später während der zweiten Phase auf sich genommen? Und worauf wollte Asoka hinweisen mit der Aussage "nachdem ich in nähere Verbindung mit dem Samgha getreten bin"? Was hat er in dieser Hinsicht unternommen?
Auf dem 26. DOT (Leipzig 1995) habe ich darauf hingewiesen ("Asoka und die buddhistische Posatha-Zeremonie (I) - Asokas 256 Nächte", WZKS 40):
(a) Es ist sehr zweifelhaft, daß Asoka sich wirklich während der beiden Perioden, die er deutlich voneinander unterscheidet, vier-, oder sogar sechsmal, monatlich am Uposatha-Tag zum Samgha begeben haben sollte, um dort an Fasten, Meditation und Dharma-Rezitation teilzunehmen (so Falk 1990).
(b) M. E. läßt sich anhand Asokas eigener Beschreibug vermuten, daß er in der ersten Phase seines Upasaka-Seins sehr wahrscheinlich nur ein tevacika upasaka ( ein Upasaka, der sich lediglich zur dreifachen Zufluchtnahme trisaranagamana bekannt hat) war, und daß er erst in der zweiten Phase ein uposathika upasaka (ein Upasaka, der außerdem regelmäßig an Fasten, Meditation und Dharma-Rezitation am Uposatha- Tag teilnimmt) wurde.
In meinem Vortrag, bei dem es sich um die Fortsetzung der 1995 in Leipzig angefangen Untersuchung handelt, werde ich vor allem die beiden buddhistischen Termini tevacika upasaka und uposathika upasaka eingehend besprechen. Dabei werden buddhistische Quellen wie der Pali-Kanon, die Mahavyutpatti, die Prajnaparamitavyakhya von Haribhadra u.a. herangezogen, wo die beiden Termini sich deutlich auf zwei unterschiedliche Arten von Upasaka bzw. auf zwei aufeinanderfolgende Phasen in der "Upasaka-Laufbahn" beziehen.

Stand 28. Februar 2001