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Indologie |
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Xenia Zeiler:
Das Sivapurana, dessen Zuordnung zur Gruppe der Mahapuranas verbreitet, aber nicht unumstritten ist, enthält in sieben sarnhitas Lobpreisungen Sivas, Mythen und Exkurse über verschiedene weltliche und religiöse Themen,. wie sie v. a. für die jüngere, im mittelalterlichen Umfeld edierte Puranaaliteratur kennzeichnend sind. Daneben erscheinen aber, verglichen mit anderen Puranas, außergewöhnlich viele und detaillierte Informationen zu Kult. Diese Ausführungen sind über das gesamte Werk verteilt und beschreiben Opferarten und -mengen, mögliche Kultpraktiken, Riten, Verehrungs-, Buß- und Fastenformen usw. Ausgenommen weniger an spezielle Gruppen adressierter Riten richten sich diese Anleitungen an die Schicht der laienhaften Gläubigen.
Stand 28. Februar 2001
Die 4 Perioden der Nacht - Mahasivaratri, dargestellt im Sivapurana und begangen im Viresvara.- Tempel Varanasi
Drei längere Abschnitte des Sivapurana, Kotirudrasamhita 38 -40, stellen ausschließlich unterschiedliche Aspekte Sivaratris dar, wobei neben der Beschreibung der Nacht als religiöse Festivität hier eindeutig die Sicht auf den Ritus überwiegt. Hinsichtlich Ausführlichkeit der Beschreibung und Umfang der. begleitenden Hintergrundinformationen kann dieser Ritus den im Sivapurana am detailliertesten und am einheitlichsten dargestellten zugeordnet werden. Die rituellen Vorgaben zu besonders der in vier Perioden geteilten Nacht werden in diesem Vortrag dargesteIlt.
In Vergleich dazu soll die rituelle Praxis der Nacht Mahasivaratri, wie sie im Viresvara-Tempel Varanasi begangen wird, gesetzt werden. Dieser Tempel wurde für den Vergleich gewählt, weil er aufgrund einer mythologischen Erzählung in der Satarudrasarnhita des Sivapurana, die das linga mit einem kindergewährenden Aspekt in Verbindung bringt, in besonderer Beziehung zum Werk steht. Da diese mythologische Erzählung in der Umgebung des Tempels eindeutig als Legitimierung nicht nur dieses speziellen Aspektes, sondern des lingas insgesamt deutlich empfunden und angeführt wird und da dieses Bewusstsein auf dem Sivapurana als einziger schriftlichen Quelle beruht, schien es interessant zu untersuchen, ob bzw. inwieweit auch kultische Anlehnungen an das Werk bestehen. Die Ergebnisse der diesbezüglichen Felduntersuchung sollen hier exemplarisch am Ritus Mahasivaratri aufgezeigt werden.