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Iranistik |
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Keivandokht Ghahari:
Die Revolution 1979 in Iran und die Islamisierungspolitik der Islamischen Republik löste eine - bis heute anhaltende - Fluchtwelle der iranischen Intellektuellen aus, die versuchten, sich vor allem im europäischen und amerikanischen Exil eine neue Existenz aufzubauen. Zu diesen Intellektuellen gehörte eine große Anzahl von bekannten iranischen Schriftstellern, Dichtern und Publizisten, die entweder durch den äußeren oder durch den inneren Zwang ins Exil getrieben wurden. Die von diesen Intellektuellen im Exil verfaßten Artikel und Bücher zusammen mit den schriftstellerischen Arbeiten von Exiliranern, die zum ersten Mal im Exil zu schreiben begonnen haben, sollen als eine besondere Kategorie in der iranischen Literaturgeschichte eingeordnet werden, nämlich als die iranische Exilliteratur.
Stand 28. Februar 2001
Iranische Exilliteratur 1980-2000
Die iranische Exilliteratur stellt in der iranischen Literaturgeschichte kein neues Phänomen dar. Jedoch haben die bisherigen Untersuchungen über die im Exil geschriebenen Arbeiten der iranischen Autoren den Begriff Exilliteratur so gut wie nie verwendet und ins allgemeine Bewußtsein gebracht. Dabei hat die moderne iranische Literatur- und Kulturgeschichte genügend Beispiele aufzuweisen, die die Bedeutung der im Exil geschriebenen bzw. erschienenen Werke iranischer Autoren für die Entwicklung der modernen iranischen Literatur sowie die Übermittlung moderner politischer Ideen nach Iran erweisen können; die neuesten Untersuchungen über die Istanbuler Zeitung Akhtar und die Berliner Zeitschriften Kaweh und Iranschahr haben diese Bedeutung für das Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts deutlich erkennen lassen.
Die letzten zwanzig Jahre schriftstellerischer Tätigkeit der iranischen Exilautoren haben zur Schaffung zahlreicher Werke in unterschiedlichen Bereichen geführt. Der inhaltliche und formale Bogen spannt sich hier von Belletristik über philosophische und theologische Literatur, Frauenliteratur, Memoirenliteratur, Berichte der Überlebenden iranischer Gefängnisse und politische Literatur. Es ist an der Zeit, eine Bilanz über das aus der Feder der iranischen Exilautoren stammende Werke zu ziehen. Zur Feststellung der Bedeutsamkeit der Untersuchung der iranischen Exilliteratur sollte das Wissen darüber genügen, dass eine allseitige Erforschung der Geschichte der Revolution sowie der Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre im politischen und geistigen Leben in Iran ohne Miteinbeziehen dieser Literatur nicht möglich ist.