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Iranistik |
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Bernd Vennebusch:
In diesem Vortrag soll versucht werden, einige der Faktoren zu bestimmen, die die Außenpolitik Irans vor und nach der Islamischen Revolution 1979 beeinflussten. Dabei wird eine Unterscheidung in innere und äußere Faktoren angestrebt. Bei ersteren ist "Nationalismus" ein struktureller Oberbegriff, bei zweiteren lässt sich das Schlagwort "Kalter Krieg / Blockkonflikt" nennen.
Stand 28. Februar 2001
Kontinuität und Wandel in der Außenpolitik Irans vor und nach der Islamischen Revolution
An Untersuchungen zum Nationalismus in der Schahzeit mangelt es nicht, wohl aber war Nationalismus nach der Islamischen Revolution in der westlichen Wissenschaft ein noch unterrepräsentiertes Thema. Genauso wie die Propaganda und Selbstsicht des neuen Staatsapparates sich im Laufe der Jahre zunehmend auf die Idee einer Theokratie kaprizierte, wandten auch viele WissenschaftlerInnen nicht zu Unrecht ihre Aufmerksamkeit diesen Komponenten der iranischen Politik zu. Schließlich war die Verwirklichung einer "Islamischen Republik" auf Basis einer als revolutionär definierten Schia ein Novum in der Geschichte. Allerdings wäre eine weitergehende Analyse dieses nun nicht mehr ganz neuen Staates aus politologischer und gesellschaftstheoretischer Sicht längst angesagt.
Äußere Faktoren in der Außenpolitik sind sowohl von iranischen als auch von westlichen WissenschaftlerInnen ausführlicher behandelt worden. So unterschiedlich die Rezeption dieser Faktoren in der Schahzeit und in der Islamischen Republik auch waren, so hatten sich diese doch letztlich nur in wenigen Punkten (z.B. der Krieg mit Irak) wirklich verändert. Ich werde mich in dem Vortrag auf die 70er und 80er Jahre beschränken, da mit dem Abzug der britischen Streitkräfte aus dem Golf Anfang der 70er und dem Zerfall des realsozialistischen Bündnissystems zwei äußere Faktoren einen geeigneten Rahmen bilden und sich zudem mit dem Ende des ersten Golfkrieges und dem Tod Khomeinis 1988/9 auch die inneren Faktoren veränderten.