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Islamwissenschaft |
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Stefan Heidemann:
Bauen in der Siedlungslücke - historische und archäologische Hinweise auf eine beduinischen Staat am Mittleren Euphrat am Rande des FatimidenreichesDie "zwei fehlenden Jahrhunderte" zwischen etwa 950 und 1150 christlicher Zeitrechnung gelten vielen Historikern als "Wendepunkt der Geschichte der islamischen Kultur". Die Zeitenwende wird in dem Niedergang der Strukturen der "klassischen" frühislamischen Welt und der Herausbildung einer politisch von den Türken dominierten islamischen Welt gesehen. Trotzdem ist diese Epoche des Wandels in der Geschichte Syriens und Nordmesopotamiens weniger erforscht als die Jahrhunderte zuvor und danach.
Dieses entscheidende Jahrhundert zwischen der Hochblüte der islamischen Städte und Kultur unter den Umayyaden und Abbasiden und der zweiten unter den Zangiden und Ayyubiden ist archäologisch kaum nachweisbar und in den Stadtbildern Syrien nicht vertreten. Es wird deswegen als archäologische "Siedlungslücke" bezeichnet. Für Syrien und Nordmesopotamien ist es die Zeit der beduinischen Vorherrschaft, der Mirdasiden in Nordsyrien und der Uqailiden in der Region Mosul. Diese Zeit wird mit einem Niedergang der Städte gleichgesetzt.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Banu Numair. Sie waren am Beginn des 10. Jahrhunderts von der arabischen Halbinsel in die Region des mittleren Euphrats, genauer in die Region zwischen Harran und ar-Raqqa am Balikh, eingewandert. Ihr Verhältnis zu den Städten und die politischen Vorbedingungen am Rande des Fatimidenreiches wird anhand der literarischen Überlieferung und den archäologisch-numismatischen Quellen aus ar-Raqqa und Harran untersucht.Stand 11. Februar 2001