DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Abstracts / Zusammenfassungen der Vorträge
Japanologie

Carola Geiger:
Überlegungen zum Ursprung und der Entwicklung des japanischen Schwertes

Mit dem Begriff des japanischen Schwertes wird automatisch das katana aus der Edo-Periode (1603-1868), das als das klassische japanische Schwert gilt, assoziiert. Tokugawa Ieyasu bezeichnete es einst als "Seele des Samurai". Ein Experte indes wird bei der Bewertung eines Schwertes auf die Qualität der Klinge verweisen. Die qualitativ besten Klingen wurden jedoch während der Kamakura-Zeit (1185-1392) angefertigt und der Schwerttyp dieser Periode als tachi bezeichnet.
Die Problematik bei einer Untersuchung über "das japanische Schwert" liegt aber nicht allein in der Frage, ob nun der Typ eines tachi oder katana das japanische Schwert verkörpert, sondern ab welchem Zeitpunkt eigentlich von einem japanischen Schwert als solches die Rede ist. Daher soll hier dargestellt werden, wie es zur Entwicklung der Formen des tachi und des katana kam. Ausgehend von formenkundlichen und metallurgischen Untersuchungen an archäologischen Befunden aus der Yayoi- (500 v.u.Z. - 300) und Kofun-Periode (3. Jh. - 7. Jh.) wird verdeutlicht, daß das japanische Schwert seinen Ursprung nicht in Japan hat.
Weiterhin soll die Entwicklung der Schwerter von der Nara-Zeit (7. Jh. - 8. Jh.) bis zur Kamakura-Zeit (1185-1392), also der Periode, in der die besten Klingen produziert wurden, aufgezeigt werden. Hierbei spielt auch der Prozeß des "Lageschmiedens", auch als "Damaszener Stählen" bezeichnet, eine nicht unerhebliche Rolle und soll daher kurz verdeutlicht werden.

Stand 28. Februar 2001