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Japanologie |
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Niels Guelberg:
Gedatsubo Jokei (1155-1213) war nicht nur charismatischer Heiliger, herausragender Gelehrter und Tempelstifter, auf ihn gehen auch verschiedene Neuerungen zurück, die der Gottheit von Kasuga (bzw. dem Konglomerat von einheimischen Gottheiten, die unter dem Titel Kasuga daimyojin oder Kasuga gongen zusammengefasst werden) zu ihrer herausragenden Stellung im mittelalterlichen Götter-Pantheon verhalfen. Bekanntlich hat er die Urform der kunstgeschichtlich bedeutsamen Bildrolle Kasuga gongen genki emaki verfasst, aber noch deutlicher kommen seine Versuche, die Gottheit von Kasuga (1) als Schutzgottheit seines Tempels Kofukuji, (2) als Schutzgottheit seiner buddhistischen Schule, der Hosso-Schule, und (3) als Schutzgottheit seinesFamilienclans der Fujiwara zu propagieren, in seinen an ein breiteres Laienpublikum gerichteten Schriften zu Tage. Die Verknüpfung der Verehrung der Gottheit von Kasuga mit dem weitverbreiteten Reliquienglauben ist eine dieser Neuerungen, die eindeutig auf Jokei zurückgehen. Anhand von neuen Quellen, die ich in den letzten Jahren erstmals für die Forschung erschlossen habe (Kasuga koshiki, Chushu hoon koshiki), sowie anhand von Fürbitten (ganmon) etc. werde ich einen systematischen Überblick über diesen folgenreichen Ideologisierungsversuch geben.
Stand 28. Februar 2001
Jokei und die Gottheit von Kasuga