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Moderner Orient |
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Babak Khalatbari:
Insgesamt säumen neun Inseln die kuwaitische Küste. Failaka ist mit ihren knapp 24 qkm nicht die größte von ihnen, wohl aber die bekannteste. Archäologische Funde bestätigen, dass die geschichtlichen Anfänge der ca. 20 km östlich von Kuwait City gelegenen Insel auf das 3. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen. Tontafeln, Terrakotta-Töpfe und zwei Statuen stammen aus der DilmUn-Periode.
Stand 28. Februar 2001
Zur neuzeitlichen Geschichte der Insel Failaka: Hat Kuwaits größte Perle ihren Glanz verloren?
Der Admiral und Jugendfreund von Alexander dem Großen, namens Nearchos, bekam den Auftrag, den Golf zu erkunden. Failaka wurde erstmals nach der von ihm durchgeführten Expedition im Jahre 325 v. Chr. in hellenistischen Quellen erwähnt und erhielt die Bezeichnung "Ikaros".
Ein kurzer Blick auf die portugiesische Periode in der oberen Golfregion, in der die Insel Ilha de Aguada genannt wurde, und darüber hinaus auf niederländische, britische und französische Land- und Seekarten leiten zur modernen Epoche der Insel über.
Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht der Zeitraum von der Besetzung Kuwaits durch die irakischen Truppen bis zur Gegenwart. Am 2. August 1990 erfolgte die irakische Invasion, die erst durch die erfolgreiche Operation "Desert Storm" der multinationalen Streitkräfte am 26. Februar 1991 beendet wurde.
Viele der altertümlichen Ausgrabungen wurden durch alliierte Bombardierungen und schwere Verteidigungsgefechte auf Failaka in Mitleidenschaft gezogen. Da die Insel eine bedeutende Position in bezug auf die Kuwait Bay einnimmt, spielte sie eine entscheidende Rolle bei der Besetzung und Befreiung des Landes. Noch heute, mehr als zehn Jahre nach der Okkupation, wirkt die Insel wie vom Krieg verwüstet: Große Teile der Küste sind nach wie vor stark vermint, Kriegsrelikte übersäen die übrige Landschaft und Explosionen sowie Einschusslöcher haben das ehemalige Erholungsgebiet in eine Geisterstadt verwandelt. Das Museum wurde bei den militärischen Auseinandersetzungen zerstört und viele der explorierten Ausgraben mussten rekonstruiert werden. Auch die dort lebenden Inselbewohner blieben nicht verschont. Failaka wurde von den Raketen und Bomben der alliierten See- und Luftstreitkräfte zum größten Teil in Ruinen gelegt, da die irakischen Truppen viele Gebäude als Unterstände benutzten. Die Eigentümer der zerstörten Häuser wurden alle entschädigt und leben heute auf dem Festland.
Einzigartige und bislang nicht vorgeführte Lichtbilder, die von einem Besuch des Referenten auf der Insel im Frühjahr 2000 stammen, dokumentieren die gegenwärtige Situation.
Den Abschluss des Vortrags bilden die von Seiten der kuwaitischen Regierung ins Auge gefassten Perspektiven für Failaka.