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Moderner Orient |
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Sami Sattar Al-Sheikly:
Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der Darstellung des Dorfes "Karnak" im Werk von Yahya At-Tahir Abdallah (1938-81), der ein wichtiger Vertreter der Provinz- bzw. Dorfliteratur Ägyptens in den 1960er und 70er Jahren war, entfaltet in seinen Erzählungen und Novellen detaillierte, phantasievolle und zugleich realistische Milieu- und Persönlichkeitsstudien der einfachen Dorfbewohner.
Stand 28. Februar 2001
Reflexionen des Problems der Dorfgemeinschaft im Werk von Yahya at-tahir 'Abdallah (1938-1981)
Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen der Realität des Dorfleben -dargestellt durch Analphabetentum, Armut, Krankheit, Aberglaube, Hoffnungslosigkeit mit Tradition, Verhalten entgegen technischen und sozialen Wandel, Sitten wie die Blutrache, soziale Ungleichheit- und der persönlichen Erfahrung, dem Erleben und Wahrnehmen des Autors, wobei er sich in seine Erzählungen auf seine Heimat Karnak und die Stadt Kairo konzentriert. Insbesondere handelt es sich um das Alltagsleben im Dorf und seine Konfrontation mit Veränderungen dörflicher Strukturen durch europäischen Einfluss, wodurch Konflikte im Spannungsfeld zwischen Tradition und Modeme entstehen.
In seinen Erzählungen verarbeitet der Autor die eigene Betroffenheit und sein Interesse am Schicksal seines Heimatortes Karnak. Zugleich gilt Karnak als repräsentativ für die sozialen Probleme der Provinzbevölkerung im Rahmen der ägyptischen Gesellschaft. In diesem Sinne bilden die Erzählungen mit ihrer realistischen Darstellungsweise eine Feinsinnige, jedoch zugleich klare Form der Gesellschaftskritik. Eine Reihe der dargestellten Gestalten repräsentieren reale Personen, die dem Autor bekannt waren. Seine heimatlichen Erkundungen gerieten dem Schriftsteller in der Folge zu einem mächtigen, das eigene Denken und Fühlen durchdringenden Gedankenstrom. So schuf er eine gigantische (Ich-) Dorfwelt. Immer steht unausgesprochen die eigene Person im Zentrum, die sich in beschriebenen Figuren, deren Erleben, wie auch in der Beobachterperspektive niederschlägt.
Auch wenn Abdallah die Örtlichkeiten gewechselt hat, behält er diesen Erzählstandpunkt bei. Immer noch geht es um Monologe inmitten seines Dorfes, um nicht enden wollende Assoziationsketten von Erlebtem und Erdachtem; der Schriftsteller erscheint als Schriftführer des eigenen Daseins in seinem Dorf Karnak.