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Zentralasien |
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Eine relativ wenig bekannte Zierform frühmittelalterlicher mittelasiatischer Architektur ist der Einsatz
beschnitzter Holzplatten und Holzsäulen. Für den Raum der sogdischen Städte liegt eine Reihe von Belegen vor,
die zumeist bei den Zerstörungen durch die einfallenden Muslime in den Schutt gerieten und vorwiegend in
Fragmenten verkohlt erhalten blieben. Die Verwendung hölzerner Säulen blieb auch in islamischer Zeit in
Gebrauch, während hölzerne Paneele im figurativen und ornamentalem Dekor bisher nur aus sogdischer
Zeit bekannt sind. In entsprechender Form sind nur die Boiserien aus Pandschikent deutschsprachig
publiziert (A.N. Belenizki, Mittelasien. Kunst der Sogden, Leipzig 1980), wohingegen die nicht weniger interessanten
Platten und Plastiken aus Kalai Kachkacha, Otrar und anderen Fundorten mehr oder weniger unbekannt
geblieben zu sein scheinen. Sie stammen überwiegend aus Palasträumen und dienten als Wandverschalung,
zierten Türen und in wenigstens einem Fall einen Tympanon. Die Funde aus Padschikent kamen in
Repräsentativräumen von Privathäusern zutage. Die in Arkaden oder in Schmuckstreifen eingefaßten
Bildwerke scheinen in erster Linie sogdische Götter und Ahnen darzustellen. Der Tympanon ist vermutlich mit
Szenen aus den Feridunepen versehen gewesen. In Otrar fanden sich erzählende Paneele mit 'lateinischen' und
auch gleichschenkligen Kreuzen, die auf christliche Elemente hinweisen.
Stand 11. Februar 2001
Burchard Brentjes:
Narrative Holzpanele aus dem frühmittelalterlichen Mittelasien