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Orientalische Kunstgeschichte |
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Joachim Gierlichs:
Saif ad-Din Bakharzi - ein bekannter Sufi-Scheich und Schüler des berühmten Sufi Najm ad-Din Kubra - starb 1261 in der Nähe von Buchara. Ihm wurde ein Mausoleum errichtet, das mit weiteren Gebäuden einen Komplex bildete, dessen komplizierte Baugeschichte bis heute nicht völlig geklärt ist. Als Ibn Battutu das Mausoleum in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts besucht und in seinen Reisebeschreibungen erwähnt, hatte sich der Platz bereits zu einem bekannten Pilgerzentrum entwickelt.
Stand 11. Februar 2001
Der Kenotaph des Sufi-Scheichs Saif ad-Din Bokharzi in Buchara (1. Hälfte 14. Jh.)
Das große Ansehen, das der Scheich genoß, war wohl auch der Anlaß dafür, daß sein Enkel Yahya ihm zu Ehren einen mit reichem Schnitzwerk versehenen und farbig gefaßten Holzkenotaph stiftete. Dieser sehr qualitätvolle Scheinsarkophag hat sich fragmentarisch erhalten und soll hier im Zusammenhang mit weiteren Holzarbeiten vorgestellt werden.
Die Schauseite weist neben geometrischen Ornamentsystemen im Zentrum das Motiv der Mihrabnische auf, die völlig von einer kalligraphisch gestalteten Inschrift ausgefüllt ist. Besondere Bedeutung kommt der Tasache zu, daß sich Reste der farbigen Fassung (u.a. Gold) auf einigen der Holzpaneele bis heute erhalten haben, ein seltener Glücksfall, berücksichtigt man die unzureichende Aufbewahrung und Konservierung dieses wichtigen und bis heute kaum bekannten Kunstwerkes.
Bei dem Scheinsarkophag des Saif ad-Din Bakharzi handelt es sich zudem um den einzigen überlieferten Holzkenotaph des 14. Jahrhunderts in Mittelasien, so daß ihm auch eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Holzarbeiten der timuridischen Epoche (ca. 1370 - 1500) in Mittelasien zukommt. Gleichzeitig scheint er ein Prototyp zu sein für die späteren timuridischen Kenotaphe, die sich in Iran, vor allem in Grabbauten in Mazandaran und Gilan aus dieser Periode erhalten haben.