DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Abstracts / Zusammenfassungen der Vorträge
Orientalische Kunstgeschichte

Martina Müller-Wiener:
Zur Ikonographie astrologischer Darstellungen

Darstellungen astrologischer Zyklen wie der sieben Planeten oder der zwölf Tierkreiszeichen gehören zum festen Repertoire von Metallarbeiten, die zwischen dem 12. und 14. Jh. vorwiegend in Khurasan bzw. im mesopotamisch-syrischen Raum entstanden sind. Die Zodiakbilder werden einzeln oder in Kombination mit den zugehörigen Planeten dargestellt und weisen grösstenteils eine einheitliche Gestaltung auf, die sich von vorislamischen Traditionen ableiten lässt. Eine Ausnahme bilden die Bilder für virgo und gemini. Der vorliegende Beitrag wird anhand einer systematischen Auswertung der zur Verfügung stehenden gemini-Darstellungen die unterschiedlichen ikonographischen Traditionen des Motivs aufzeigen und den Bezug herstellen zwischen den verschiedenen arabischen Bezeichnungen für gemini (al-'adauz, at-tau?am?n) -und unterschiedlichen Darstellungsmodi. Dabei wird hinsichtlich einer Deutung der verschiedenen ikonographischen Typen die von W. Hartner aufgestellte Interpretation einer kritischen Prüfung zu unterziehen sein. Abschliessend soll die Umbildung des Motives zu einem ornamentalen Dekorelement ausserhalb des astrologischen Kontext dargestellt werden.

Stand 21. Februar 2001