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Orientalische Kunstgeschichte |
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Johanna Zick-Nissen:
Untersuchung zu Dekorelementen im Hinblick auf eine Verbindung zur Himmelskunde und damit der Grundlage für die Kultivierung des Landes, für jahreszeitliches Brauchtum und folglicher Anwendung in der künstlerischen Gestaltung von Gerät. Meine bisherigen Studien gingen aus von der Nischapurkeramik, betrafen die frühe Lüsterware, sowie die fatimidische und syrische bis zum 14.Jh..
Zugrunde lagen formale Bildgleichungen, beruhend auf illustrierten Sternkatalogen nach as-Sufi und al-Qazwini. Der Darlegung der Rezeption vorislamischer astronomischer Überlieferung folgte die Beachtung der Sterngruppen der Mondstationen nach al-Qazwini und dem osmanischen Zübdet at-tawarikh, da eine Dreiergruppe an den Hinterbacken des Hammels eine besondere Stellung einzunehmen schien. In den vorgetragenen Vergleichen fehlte es jedoch an eindeutiger Eingrenzung von Punktflächen im Gegensatz zu ebenfalls runden, aber als "glänzend" wiedergegebenen Flächen, wie sie der dreifachen Form des buddhistischen cintamani entsprechen.
Stand 28. Februar 2001
Schalendekor in der Islamischen Kultur: Formgebung und "Wunsch"
Das wiederholte Auftreten dieser Dreiergruppe in den Mondstationen 2, 8, 14, 16 führte zu weiteren Nachforschungen mit dem Ergebnis, dass gleichartige Sterngruppen in der chinesischen Astronomie .wie den uighuririschen Beschriftungen von naqschatras auftreten und das im Bereich gleicher Sternbilder des Tierkreises. Aus der Geschichte der chinesischen Astronomie war zu ersehen, dass bestimmte Gruppen -wie Dreiergruppen- als Merkzeichen hervorgehoben waren, die auf Ackerbautermine deuten.
Ein Blick auf die klimatischen Bedingungen vom Vorderen Orient bis zur Mongolei ergibt den Hinweis auf die grundlegende Wichtigkeit von Wasser in jeder Form -Flusswasser, Regen Tau- als Grundlage für Kultur, Brauchtum und folglich Kunst. Wie die Wiederholungen von Aufstellungen neuer "Zidj" zeigen, bedurfte es sowohl überlieferter, wie aktueller astronomischer Beobachtung für Feldwirtschaft und Weidebetrieb. Gerät, das im Auftrag für offizielle Feste, für volkstümliches Brauchtum benötigt wird, und dessen Dekor den "Wunsch", die Bitte des Bestellers um "baraka" unterstützen soll, erscheint folgerichtig. Zur Bestätigung ist es notwendig, den Blick des Kunsthistorikers auf das mögliche Wissen zeitgenössischer Astronomen zu richten besonders wenn bei al-Biruni und al-Qazwini kalendarische Angaben und Witterungsverhältnisse aufgeführt sind. - Ausgewählte Beispiele sollen diese Ableitung zeigen und durch Hinweise auf den Gebrauch von Gerät die Berechtigung der Ableitung erweisen.