DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Abstracts / Zusammenfassungen der Vorträge
Turkologie / Osmanistik

Irene Beldiceanu:
Das prekäre finanzielle Gleichgewicht frühosmanischer Stiftungen

Osmanische Herrscher, aber auch ihre Angehörigen sowie Würdenträger, seltener Privatpersonen, haben versucht ihr Leben mit einem guten Werk zu krönen, auf daß die Nachwelt ihren Namen nicht vergesse und für sie bete. Es handelt sich meistens um Bauten, die für das allgemeine Wohl der Bevölkerung bestimmt waren (Moscheen, Schulen, Armenküchen, Brücken, usw.). Die Erhaltung ihrer Stiftungen sicherten sie durch eine Reihe von Einkommen ab. Die Untersuchung soll zeigen, um was für Einkommen es sich handelt und inwiefern die Maßnahmen ihren Zweck erfüllt haben. Berücksichtigt wurden nur frühosmanische Stiftungen in Bithynien. Als Quellen dienten osmanische Steuerregister (Mitte des XV. Jahrhunderts bis 1521).
Das Einkommen bestand aus Agrarsteuern von Ländereien, aus dem Erlös von Viehzucht und Fischfang, aus der Miete von Bädern und Läden und aus der Einhebung der Kopfsteuer. Es wird untersucht welche Einkommen rentabler waren und welche Faktoren das Einkommen geschmälert, ja manchmal sogar zunichte gemacht haben. Man kommt zum Ergebnis, daß es den Stiftern oft an Weitsicht gefehlt hat und daß deshalb mit der Zeit eine Reihe von frommen Stiftungen zu Grunde gegangen sind.

Stand 11. Februar 2001