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Turkologie / Osmanistik |
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Hendrik Boeschoten:
Mit (TA) wird ein wenig fokusiertes (standardisiertes) Stadium der West-Oguzischen Schriftsprache angedeutet, wie sie im Persischen Bereich vor allem in post-safawidischer Zeit eigenständig (d.h. unabhängig vom Osmanischen) entwickelte. Das TA ist bis aufheute wenig erforscht worden. Die Anzahl der bis jetzt bekannten Werke aus diesem Kulturkreis ist dazu gering (zuletzt ist erschienen: A History of Cathay, hrsg, von I. Beller-Hann, Bloomington 1995). In gewisser Hinsicht kann TA betrachtet werden als eine Art proto-Aserbaidschanisch. Andererseits findet sich in den Texten ein zumindest teilweise nicht-fixiertes Durcheinander von anatolischen und osttürkischen Charakteristiken, und zwar auf allen Ebenen der Sprachstruktur (Orthographie, Lautung, Morphologie, Lexik).
Stand 28. Februar 2001
Neues zum Türk-Agämi
Die Hs. C245 der St. Petersburger Orientinstitutes enthält in erster Linie eine Fassung der Qisas-i Rabguzi. Anschließend finden sich eine Beschreibung der Endzeit (Ahval-i Qiyamat), und eine arabisch/türkische Hadis-Sammlung. Beide Zusätze sind von derselben Hand, wie die Qisas; in allen Fällen ist die Sprache tschagataisiertes Choresmtürkisch. Die letzten Seiten der Handschrift enthalten aber dazu noch ein Fragment (Umfang etwa 25 Seiten DIN A4) mit Alexander-Erzählungen von der Hand eines anderen Kopisten. Die ganze Handschrift läßt sich auf Grund eines Datums im Hadis-Material in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts datieren. Dieses Fragment ist in einer Sprache verfaßt, die eindeutig als west-ogusisch einzustufen, aber in auffallender Weise von tschagataischen Elementen durchsetzt ist. Interessanterweise enthält der Text auch Glossen zur Erläuterung einiger Wörter; diese Glossen sind tatarisch gefärbt, was die Vermutung nahelegt, daß die Geschichten im kiptschakischen Sprachbereich abgeschrieben worden sind.
Im Vortrag sollen u.a. die folgenden Fragen erörtert werden: