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Zentralasien |
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Jens Peter Laut:
Der alttürkische Text Maitrisimit ist vor allem dank der Handschrift aus Hami mittlerweile wesentlich besser bekannt
als zur Zeit der Edition von Tekin (1980). Meine hier vorzustellenden Katalogisierungsarbeiten an der Maitrisimit, die alle - auch die unveröffentlichten - Berliner Fragmente der Hss. aus Sängim und Murtuk miteinbeziehen, zeigen, daß nunmehr fast 50% des Textes identifiziert und rekonstruiert werden können. Die Anzahl der identifizierten Fragmente beträgt 240 (Sängim) bzw. 12 (Murtuk). Demgegenüber stehen 349 nichtidentifizierte Bruchstücke, bei denen es sich zumeist allerdings um Kleinstfragmente handelt. Zur besseren Kenntnis des bedeutenden Maitreya-Werkes tragen auch die nunmehr von Ji/Winter/Pinault publizierten tocharischen Fragmente bei. Hatte Tekin noch gut 50% des Textes unzutreffend angeordnet, ist der Aufbau der Maitrisimit heute, trotz einiger Lücken, in seinen wesentlichen Zügen gut bekannt. Auch treten viele bisher unbekannte Einzelaspekte zutage, so etwa die Tatsache, daß der Kolophon der "Einleitung" (yükünc) der Sängimer Hs. einen alliterierenden Passus enthält. Dies wirft neues Licht auf die umstrittene Entstehungszeit des türkischen Stabreims: M.E. kann nun nicht mehr davon ausgegangen werden, daß die alttürkische Alliteration erst unter mongolischem Einfluß entstanden ist. Wichtig ist zudem, daß den bisher bekannten drei Hss. des Textes (Sängim, Murtuk, Hami) nunmehr Reste wenigstens einer weiteren Abschrift, aus den Funden der Otani-Expedition, zugesellt werden können. Auch die Existenz einer fünften Hs. ist wahrscheinlich, konnte bisher jedoch nur indirekt erschlossen werden.
Stand 11. Februar 2001
Neues zur alttürkischen Maitreya-Forschung