DMG- XXVIII. Deutscher Orientalistentag, Bamberg, 26.-30.3.2001
 
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Zusammenfassungen / Abstracts der Panels
Islamwissenschaften
die Koordinatoren des Orientalistentages
Stand 28. Februar 2001

Hartmut Bobzin (htbobzin@phil.uni-erlangen.de) / Stefan Wild (s.wild@uni-bonn.de):
Koran-Forschung


V O R T R Ä G E   I N   D E M   P A N E L:

Lutz Edzard: Perspektiven einer computergestützten Analyse koranischen Morphosyntax in kolometrischer Darstellung
In diesem Vortrag sollen die Chancen und Probleme beleuchtet werden, die eine Präsentation des Korantexts in einer nach Versen und Kola (pl. von Kolon) gegliederten Weise mit sich bringt. Zurückgegriffen wird dabei auf diesbezügliche Vorschläge von Gotthelf Bergsträsser und Angelika Neuwirth. Methodisch dient die von Wolfgang Richter vorgelegte Ausgabe des Alten Testaments als Vorbild. Der so dargestellte Text bildet weiter die Grundlage für eine computergestützte morpho-syntaktische Analyse des Korantexts. Auch hierbei ist die Methodik grundlegend, die von einem Team um Wolfgang Richter für die maschinelle Analyse des Alten Testaments in kolometrischer Darstellung' entwickelt worden ist.

Omar Hamdan: Die Doppeltheorie von der inhaltlichen und strukturellen Übereinstimmung bzw. Gleichartigkeit des Korans mit der Torah
Zur Untermauerung dieser Theorie, die der Sichtweise der frühen muslimischen Autoren entspricht, werde ich versuchsweise die folgenden beiden Ansätze durchführen: zum einen soll der Koran inhaltlich und strukturell mit dem Alten Testament parallelisiert werden. Dem liegt die Annahme zugrunde, daß Koran und Bibel hinsichtlich Inhalt und Struktur übereinstimmen. Desweiteren sollen Vorzüge und Vorteile des Korans gegenüber der Bibel herausgearbeitet werden.
Die Übereinstimmung von Koran und Altem Testament soll mittels Identifizierung von parallelen Koransuren, parallelen Koranversen, parallelen Phrasen, Titeln koranischer Suren sowie Einleitungen und Abschlüßen koranischer Suren aufgezeigt werden. Die Vorzüge des Korans gegenüber dem Alten Testament sollen hinsichtlich Inhalt und Quantität sowie der Frage der Aufbewahrung des Textes identifiziert werden.
Um derlei Vergleiche durchzuführen, benötigten die muslimischen Gelehrten im 1. und 2. Jahrhundert der Higra parallelen Bibelstoff. Dies war ein ausreichender Grund dafür, daß muslimische Gelehrte aus dieser frühen Zeit Bibelkenntnisse erworben und ausgewählte Bibelzitate herangezogen haben.